Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

05535 Theodor Scharf

Eintritt: 15.05.1916 Fach: Malerei
1884-1920
5535
Scharf, Theodor
15.05.1916
Malerei
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00004662/images/index.html?id=00004662&fip=217.237.113.238&no=&seite=466
Matrikel
1884-1920
5535
Scharf, Theodor
15.05.1916
Malerei
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00004662/images/index.html?id=00004662&fip=217.237.113.238&no=&seite=466
Quelle Matrikelbuch
Scharf
Theodor
Malsch. v. Habermann
15.05.1916
Melbourne Australien
19
Musikprofessor
Ergänzende Informationen
Melbourne
Großbritannien
Australien
Keine Angaben
Interne Informationen
männlich
Melbourne, VIC, Australia
[]
1916
Koordinaten
POINT (144.963169 -37.814251)
Wählen Sie diese Option wenn Sie den Style der Markierungen für diesen Inhalt ändern möchten
string:${portal_url}/img/marker.png
Above Content
0,7
ff00003c
ff00003c
Titel, Beschreibung
2,0

Empfohlene Zitierweise

05535 Theodor Scharf, Matrikelbuch 1884-1920,
http://matrikel.adbk.de/matrikel/mb_1884-1920/jahr_1916/matrikel-05535
(Zugriff vom 22/09/17)

Nutzerdiskussion

Stand der Eltern

Ian Allan 2013-07-24 14:58:19

Der Vater war zwar hervorragender Pianist (hatte angeblich - auf Verifizierung wird gewartet - sein Leipziger Studium mit dem Moscheles-Preis abgeschlossen; Pianist und Solist der internationalen Musin Musical Company, etc.). Er war aber keineswegs Professor, weder im britischen noch im globaleren deutschen Sinne des Wortes. Er hatte zwar bis Ende 1915 Jahresverträge am Konservatorium der Universität zu Melbourne (Vergütung nach Zahl der gegebenen Stunden) gehabt, erhielt aber dann wegen seines angeblichen Deutschtums (in Wahrheit war er wohl schon damals staatenlos geworden) keinen mehr; uberlebte vom Januar 1916 bis Juli 1918 durch Privatstunden, wurde dann in einem KZ [sic] für deutschsprachige feindliche Ausländer bei Sydney interniert und erst Mitte 1919 entlassen und ‘deportiert’ nach Deutschland, wo die Ehefrau und der Sohn seit Mitte 1914 lebten, und zwar in München. Nach einer mir gegenüber 1980 in Feldafing gemachten Angabe des Sohnes ließ sich seine Mutter, die schon vor ihrem Heirat 1998 in Melbourne ihren Mädchennamen vom irischen ‹Huggard› ins vermeintlich frz. ‹de Hugard› hatte ändern lassen, in Schwabing gerne mit ‘Frau Professor’ anreden.

Konfession

Ian Allan 2013-07-24 15:22:38

Der Vater Karl Theodor Eduard Scharf wurde um 05:00 am Di., den 24. März 1857 in Ettlingen bei Karlsruhe geboren und dort am darauffolgenden So. um 15:00 Uhr katholisch getauft. Die Eltern des Theodor Scharf wurden am 03.09.1898 im Elternhaus der Braut bei Melbourne durch einen anglikanischen Geistlichen getraut. Auf einem vom Vater bei seiner Internierung am 22.07.1918 bei Sydney eigenhändig ausgefüllten Formular gibt er noch an, katholisch zu sein. Seine beiden Eltern stammten aus alteingesessenen Familien des vormals vorderösterreichischen Herbolzheim.

Adresse

Ian Allan 2013-07-24 15:30:14

Bei seiner Einlieferung ins ‘Concentration Camp’ 1918 gibt der Vater die Adresse seiner Frau und seines Sohnes in München-Schwabing als ‘Hohenzollernstraße 50 I’ an. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sie schon am 15.05.1916 dort lebten.

Alter beim Eintritt

Ian Allan 2013-07-24 15:50:23

Theodor Eduard Scharf wurde am 15.06.1899 in Melbourne geboren. Er war beim Eintritt am 15.05.1916 folglich nicht wie angegeben 19 Jahre, sondern erst 17 Jahre und 11 Monate alt. Diese falsche Angabe ist rätselhaft, nicht an sich sondern angesichts der von Theo 1980 mir gegenüber gemachten Angabe, seine Mutter und er seien von München nach Oberammergau geflohen, damit er als Deutscher nicht zum Heeresdienst eingezogen werde. Nun, sein 18. Geburtstag war schon am 15.06.1917. Weiß man, ab wann er an der Akademie gefehlt hat? Oder hielt das Heer seinen Vater (und damit aus deutscher Ansicht auch seine Mutter und ihn) für staatenlos? denn als Briten wären sie wohl interniert worden.

Biographie

Ian Allan 2013-07-24 17:11:05

1932, vermutlich im März, wurde Theodor Scharf NSDAPg Nr. 992837. Irgendwann nach dem Blutbad von 1934 wurde er SA-Chef von Feldafing (‘es war wie die Freiwillige Feuerwehr’ sagte er zu mir), wo, offensichtlich nach eigens getroffener Wahl, er jetzt mit seinen beiden Ehefrauen direkt neben dem jüdischen Friedhof unter einem selbstentworfenen Grabstein ruht. Nach seinen Angaben wurde er irgendwann in den 30er Jahren Professor an der Kunstgewerbeschule (sehr schwierig, zu verifizieren), was ihm wohl erlaubte, das große Haus neben der alten Pfarrkirche in Feldafing zu kaufen, wo er sein Atelier hatte (es wurde nach dem Krieg von den Amerikanernern beschlagnahmt und später an einen Amerikaner verkauft, von dem er es nie hatte zurückbekommmen können; er wohnte später, und fast zuletzt, in einem kleinen Haus am anderen, Traubinger Ende von Feldafing zu Miete). Im 2. Weltkrieg ging er freiwillig als Kriegsmaler und Pseudo-Offizier in den Osten, schaffte es aber am Kriegsende nicht von den Russen gefangengenommen zu werden und am Chiemsee anzukommen, wohin seine ausgebombten Mutter, Frau und 10jähriger Sohn zu einer Baronin ausgesiedelt worden waren, die später zu seiner Vermieterin auf dem ehemaligen Fischfarm in der Traubinger Str. in Feldafing werden sollte. Nach Entnazifizierung als Mitläufer ging er mit den australischen Reisepapieren von 1914, aus denen aus irgendeinem Grund (s. oben) Mutter und Sohn während des 1. Weltkrieges die Siegel ausgeschnitten hatten, zum britischen Verbindungsbüro bei den Amerikanern in München, wo es sich als eine Selbstverständlichkeit herausstellte, daß die ganze … australische … Großfamilie auf Staatskosten zu ‘repatriieren’ waren (nachdem der Paterfamilias zwei Weltkriege von der falschen Seite aus erlebt hatte). Ungefähr im Jahre 1955 starb die Mutter dann dort im Kreise ihrer nobel umgetauften Familie, und kurz danach - eben hatten Nazi-Professoren ihre Versorgungsansprüche zurückbekommen - fuhren Theo und seine Frau nach Feldafing zurück, wo diese im Sommer 1964 starb; zu Zeit wohnte ich komischerweise nicht weit weg in Gräfelfing, noch ohne überhaupt von dieser Familie gehört zu haben. Theo heiratete später noch einmal, und zwar eine Ärztin aus Norddeutschland; aber im beiderseitigen Einvernehmen wohnte sie nicht zusammen, sondern sich nur besuchten, und die Ärztin beging aus unerklärlichen Gründen dort oben Selbstmord. Der Sohn Ulrich war in Melbourne geblieben, um sein Studium abzuschließen, aber danach ging er als anglikanischer Geistlicher nach England, wo er jetzt bei schlechtem Gesundheitszustand in einem kirchlichen Altenheim lebt. Sein Vater war mehrmals in seinem Feldafinger Haus die Treppe heruntergefallen. Nach dem letzten Mal wurde er ins benachbarte Garatshausener Altenheim am See gebracht, fiel aber dort am folgenden Tag erneut die Treppe herunter; diesmal starb er daran. Ich erfuhr das wieder am folgenden Tag von der Baronin, die sortierend an seinem Schreibtisch saß, als ich nach langem Schweigen, ich weiß heute noch nicht, warum, aus Lyon anruf, wo ich inzwischen lebte.

Geburts- und Sterbedaten

Ian Allan 2013-07-24 17:16:11

Geburtsdatum: 15.06.1899 in Melbourne Sterbedatum: 23.06.1987 in Garatshausen (was vielleicht noch Feldafing ist)

Biograpie (Nachtrag)

Ian Allan 2013-07-24 17:49:12

Der zitierte australische URL ergibt: “Not Found “The requested URL /__data/page/8353/Theo_Scharf.pdf was not found on this server.” Ich glaube, irgendwelche Angaben auf dieser Seite irgendwann bestritten zu haben. Es scheint ein* Scharf-Familienmythos zu geben, das*, schon in Theos 1. australischen Leben entstanden, im 2. unter dem Einfluß seiner damals noch lebenden Mutter aufgefrischt wurde, zumal er diesem Einfluß kaum oder nicht entgegengewirkt haben wird. Ich bin wenigstens froh, hier mit ein paar alten Lügen aufgeräumt zu haben. *τὸ μῦθος, genau wie τὸ πάθος (bitte ergebenst um besseren Griechisch-Font; das dürfte in Bayern ohne weiteres möglich sein)

Nachtrag zum Nachtrag

Ian Allan 2013-07-24 17:59:07

Tut mir leid, das Griechisch ist richtig herausgekommen; nur in der Schreibmaske war es komisch, aber damit kann ich leben. Im übrigen: Herzlichen Dank für die hervorragende Realisierung und Präsentierung dieser wichtigen Arbeit! Behüte Sie Gott! (wie Theos Feldafinger Schwägerin aus seiner 2. Ehe wohl gesagt hätte, denn sie sagte zu allen in Feldafing „Grüße Sie Gott!“; sie war nämlich eine sehr nette und gute evangelische Dame aus Norddeutschland).

Artikelaktionen

Artikelaktionen