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04237 Otto Marcus

Eintritt: 21.10.1882 Fach: Naturklasse
1841-1884
4237
Marcus, Otto
21.10.1882
Naturklasse
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00004661/images/index.html?id=00004661&fip=217.237.113.238&no=&seite=426
Matrikel
1841-1884
4237
Marcus, Otto
21.10.1882
Naturklasse
http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00004661/images/index.html?id=00004661&fip=217.237.113.238&no=&seite=426
Quelle Matrikelbuch
Marcus
Otto
Naturklasse
21.10.1882
aus Schwerin (Mecklenburg)
19
israelitisch
dessen Vater: Kaufmann
Ergänzende Informationen
Schwerin
Mecklenburg
Deutschland
Israelitisch
1019503769
Interne Informationen
männlich
Schwerin, Germany
[]
1882
Koordinaten
POINT (11.416876 53.625754)
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Titel, Beschreibung
2,0

Empfohlene Zitierweise

04237 Otto Marcus, Matrikelbuch 1841-1884,
http://matrikel.adbk.de/matrikel/mb_1841-1884/jahr_1882/matrikel-04237
(Zugriff vom 23/11/17)

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Biografie und Lebensdaten von Otto Marcus

René Loeb 2010-12-01 11:04:50

Otto Marcus wurde als Sohn des jüdischen Ehepaares Louis Levy Marcus und Rosa Jaffé am 15. Oktober 1863 in Malchin/Mecklenburg geboren und wuchs in Schwerin/Mecklenburg auf. Er hatte sechs Geschwister. Als 16jähriger (1879) ging er nach Wien und begann dort seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste.Laut einer Meldung der "Times" von 1952 wurde er dort von Professor Hans Makart (1840-1884) ausgebildet. Er blieb bis 1882 in Wien und setzte dann seine Ausbildung bis 1886 an der Kunstakademie in München fort (Matrikelnummer 04237). Er erlernte in München das Handwerk eines Historienmalers. Mit diesem speziellen Zweig der Malerei sollte er später bekannt werden. Unterrichtet wurde er in München vom Maler Karl von Piloty (1826 - 1886). 1884 trat er der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, später Sozialdemokratische Partei Deutschlands, bei. Politisch wurde er allerdings nie tätig und später verzichtete er, infolge seines Lehrberufes,auf eine offene Mitgliedschaft. 1886 leistete er seinen einjährigen Militärdienst und ging 1887 nach Paris wo er vorwiegend im Salon Julien studierte.Später hielt er sich auch noch in Italien auf. 1889 liess er sich in Berlin nieder. Dort war er als Illustrator für verschiedene Verlage tätig (Verlag Dietz, Berliner Morgenpost, Berliner Illustrierte). 1898 gewann er den ersten Preis in einem Wettbewerb für Wandbilder. 1899 war Otto Marcus Mitglied der Jury für die Ausschmückung des Hamburger Rathauses. Von 1901 bis 1927 war er Lehrer für Aktzeichnen an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, später Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Im Jahr 1904 erhielt er auf der Weltausstellung in St. Louis/USA für sein Bild „Auf der Mole von Concarneau“ eine Silbermedaille und auf der Großen Berliner Kunstausstellung würdigte man sein Können mit einer Goldmedaille für das Bild der Tänzerin „Maud Allan“. Er war zwischen 1896 und 1929 an vielen Ausstellungen vertreten. Er schuf auch Wandbilder in den Ratshaüsern von Hamburg-Altona, Quedlinsburg (diese sind noch erhalten), Schwerin und 1914 in Berlin-Schöneberg. Obwohl es in letzterem Wandbilder gibt, wird behauptet dass diese von einem anderen Künstler stammen und man nichts über eine Arbeit von Otto Marcus in diesem Haus wisse. Diese Aussagen könnten damit zusammen-hängen, dass Marcus Jude war. 1890 liess er sich in Berlin nieder und wohnte an verschiedenen Orten in dieser Stadt, zuletzt an der Landshuterstrasse 26. 1895 trat er aus dem Judentum aus. Allerdings trat er auch zu keiner anderen Konfession über. Er engagierte sich sehr für die wirtschaftliche Verbessung der Lage der bildenden Künstler. Dafür brachte er auch persönliche Opfer indem er seine Unterrichtstätigkeit aufgab und somit seine Pensionsberechtigung verlor. 1913 war er Mitbe-gründer des Wirtschaftlichen Verbandes bildender Künstler, später Reichsverband bildender Künstler Deutschlands und war deren Generalsekretär bis 1931. Auch war er Mitglied des Reichswirtschafts-rates, der Internationalen Urheberrechtskommission, dem Verein Berliner Künstler, dem Mecklenburgischen Künstler-Bund, dem Verband Deutscher Illustratoren und er ist in namhaften Künlerlexikas aufgeführt. Verheiratet war er mit Elisabeth Sendler aus Madgeburg, welche ebenfalls eine bekannte Malerin war. Das genaue Datum ihrer Hochzeit ist aber nicht bekannt. 1909 wurde dem Ehepaar als einziges Kind die Tochter Ruth geboren und stand ihrem Vater oft für Bilder Modell. Sie wurde klassische Solo-tänzerin. Ruth war nicht nur an Berliner Bühnen engagiert sondern auch in Hannover, Basel, London und in der Tschecheslowakei. In Basel änderte sie 1933, infolge der politischen Situation, ihren Familiennamen in Sendler (Mädchenname ihrer Mutter). 1938 emigrierte sie nach London wo sie Choreografien wurde. Damit konnte sie ihrem Vater Otto Marcus behilflich sein 1939, ohne seine christliche Frau, nach London zu emigrieren. Dort konnte er während dem zweiten Weltkrieg noch einigemale in der Royal Academy ausstellen. Ansonsten lebte er in England unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. 1949 erhielt er vom Internationalen Künstlerverband in London die Ehrenmitgliedschaft. Otto Marcus starb am 5. Dezember 1952 in London. Quellen: Lebenslauf im Auftrag von Tochter Ruth erstellt von seiner früheren Sekretärin Liselotte Brasch ca. 1985 Festschrift 1000 Jahre Quedlinburg 994-1994. Aufsatz von Torsten Gertz 2010: Otto Marcus - Maler, Illustrator und Karikaturist. Mündliche Angabe der Familie. Familienstammbaum der verwandten jüdischen Mecklenburger Familien Aarons, Philipp, Marcus - erarbeitet von René Loeb, Zürich/Schweiz

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