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Schwind, Moritz von

Zeitraum: 1847-1870, Fach: Historienmalerei
Schwind, Moritz von
1847-1870
1804-1871
Historienmalerei
118612271

Der österreichische Maler und Zeichner Moritz Ludwig von Schwind (21.1.1804 Wien - 8.2.1871 Niederpöcking) begann 1818 ein Studium der Philosophie an der Universität Wien. Eigentlich hätte er wie sein Vater Beamter werden sollen, entschloss sich aber 1821 zum Künstlerberuf und studierte bei Johann Peter Krafft und Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nebenbei war er als Zeichner für Vignetten und Trachtenbilder tätig. In seiner Wiener Zeit pflegte er Freundschaften mit Franz Schubert, Franz von Schober, Leopold Kupelwieser und Franz Grillparzer. In dieser Zeit entstanden Illustrationen für den volkstümlichen „Mandlbogen“ aber auch zu Romanen wie „Robinson Crusoe“. Im Jahr 1828 zog er auf den Rat von Peter von Cornelius nach München, der ihm 1832 auch einen Auftrag zur Ausmalung des Bibliothekszimmers der bayerischen Königin in der Münchner Residenz vermittelte. Weitere Aufträge erhielt er 1835 und 1836 durch Julius Schnorr von Carolsfeld für den Festsaalbau der Residenz und die Ausmalung einiger Gemächer der Burg Hohenschwangau mit Szenen aus dem Leben Karls des Großen. Neben Medaillons im Sitzungshaus des Ständehauses Karlsruhe (1839) zeugt auch ein von Raffael beeinflusster Freskenzyklus im Schloss Rüdigsdorf bei Altenburg (1838) von den Eindrücken, die Schwind auf einer Italienreise 1835 erhielt. Ein Auftrag für die Ausschmückung von vier Sälen sowie des Treppenhauses im Karlsruher Galeriegebäude hatte 1840 seine Übersiedlung dorthin zur Folge, wo er bis 1844 lebte und arbeitete. 1847 ging er zurück nach München und wurde Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Seine zweite Münchner Zeit begann mit zahlreichen Illustrationen für die „Fliegenden Blätter“ und die „Münchner Bilderbogen“, für König Otto von Griechenland malte er 1852 das Ölgemälde „Die Symphonie“. Im Anschluss entstand als erster von drei großen Märchenzyklen „Aschenbrödel“ (1854). Durch die Vermittlung Franz von Schobers erhielt er 1853 den Auftrag des Weimarer Erbgroßherzogs, einen Teil der Ausmalung der restaurierten Wartburg bei Eisenach zu übernehmen. 1855 wurde er in den Ritterstand erhoben. Schwind nahm in den folgenden Jahren an Ausstellungen in Glasgow, London und Manchester teil. In den 1860er Jahren arbeitete Schwind an einigen kirchlichen Aufträgen, so für die Fahnenbilder für die Münchner Theatinerkirche und die Flügelbilder für den Hochaltar der Münchner Frauenkirche; für St. Jodocus in Landshut, die Kathedrale in Glasgow und die St. Michaelskirche in London entwarf er Kirchenfenster. 1866 und 1867 führte er die Fresken mit Szenen aus Mozarts „Zauberflöte“ in der Loggia der neu gebauten Wiener Hofoper, dem so genannten "Schwind-Foyer", aus. Schwinds Spätwerk, der „Melusinen-Zyklus“ (1868), gleichzeitig der letzte Märchenzyklus, war als Schmuck eines Rundtempels gedacht und wurde ein halbes Jahr vor seinem Tod vollendet. Schwind gilt neben Carl Spitzweg als einer der bedeutendsten und populärsten Maler der deutschen Spätromantik.

 

Schwind, Moritz vonMoritz von Schwind, Unbekannter Photograph, unsign., bez. o., undat., Albuminpapierkopie, Carte de Visite, 91 x 55 mm (Platte), 100 x 61 mm (Blatt), Staatliche Graphische Sammlung München, Inv.-Nr. 1936:266 D

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