Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Navigation

Cornelius, Peter von

Zeitraum: 1825-1841, Fach: Historienmalerei
Cornelius, Peter von
1825-1841
1783-1867
Historienmalerei
118676903

Der deutsche Zeichner und Maler Peter von Cornelius (23.9.1783 Düsseldorf – 6.3.1867 Berlin) studierte 1798 bis etwa 1805 an der Akademie Düsseldorf bei Johann Peter von Langer. Im Herbst 1809 ging er nach Frankfurt am Main. Anfänglich entstanden auch hier noch klassizistische Werke, jedoch bahnte sich ein tiefgreifender Wandel an. Im Herbst 1811 reiste er nach Rom und schloss sich dort dem Kreis der "Lukasbrüder" um Friedrich Overbeck und Franz Pforr an. Wie diese war er davon überzeugt, dass es notwendig sei, in Deutschland zu einer nationalen und religiösen Kunst zurückzufinden. Mit ihnen teilte er die Abneigung gegen den an den Akademien gelehrten Klassizismus und sah in Raffael das große Leitbild. Entscheidend wurde sein Bemühen um die Erneuerung der Freskomalerei. Er erhielt vom bayerischen Kronprinzen Ludwig den Auftrag, die Fresken in der von Leo von Klenze errichteten Glyptothek in München auszuführen. So kehrte er im Herbst 1819 zurück nach München und Düsseldorf, wo er die Leitung der Akademie übernehmen sollte. 1825 wurde er Direktor der Münchner Akademie, doch blieb seine Tätigkeit für die Akademie stets problematisch. Systematischer Unterricht lag ihm nicht. Er wollte durch sein Beispiel wirken und die Schüler sollten durch die Beteiligung an seinen Arbeiten lernen. Ludwig I. beauftragte ihn, die Fresken der Alten Pinakothek zu entwerfen, für die er eine "Kunstgeschichte in Arabesken" konzipierte. Dieser Zyklus war beispielgebend für viele spätere Museumsausstattungen. Das Fresko des „Jüngsten Gerichts“ für die Ludwigskirche – in Auseinandersetzung mit Michelangelo entstanden – war der Versuch, ein großes Thema der Kunst in die Gegenwart herüberzuretten. Nach dem Bruch mit Ludwig I. wurde Cornelius 1841 nach Berlin berufen. Er hatte dort zunächst die Aufgabe, die Ausführung der von Schinkel entworfenen Fresken in der Vorhalle des Alten Museums zu überwachen. Im Herbst 1841 reist er nach London. Die geplante Ausmalung von Gatton Park kam jedoch nicht zustande, da der Auftraggeber, Lord Monson, starb. Mit Sir Charles Eastlake erörterte er die Pläne zur malerischen Ausgestaltung des House of Parliament. 1843 wurde er mit einem Freskenzyklus im "Campo Santo" beauftragt, der Grabstätte der Hohenzollern, die zusammen mit dem Neubau des Berliner Domes von Friedrich August Stüler geplant wurde. Die Revolution von 1848 unterbrach die Arbeit. Cornelius’ Leidenschaft galt dem Zeichnen und der Freskomalerei, die seiner Abneigung gegen eine naturalistisch-sinnliche Wirkung der Farbe entgegenkam. Die Arbeit an den Entwürfen und Kartons spielte für ihn stets eine größere Rolle als die Ausführung. Durch den Aufschwung der von ihm abgelehnten realistischen und naturalistischen Malerei wurde er seit den 1840er Jahren zunehmend aus dem Zentrum der Kunstentwicklung verdrängt und von den Jüngeren bekämpft, die seine „Kartonkunst“ als blutleer und weltfremd hielten. Die Einrichtung der Alten Nationalgalerie in Berlin jedoch zeigte, dass seine Kunst offiziell immer noch als vorbildlich galt.

Cornelius, Peter vonPeter von Cornelius, Franz Hanfstaengl, undat., unsign., Albuminpapierkopie, Carte de Visite, 91 x 58 mm (Platte), 103 x 61 mm (Blatt), Staatliche Graphische Sammlung München, Inv.-Nr. 1935:1727 D

Schüler

    Artikelaktionen

    Artikelaktionen